Der 3. Nahverkehrsplan für Duisburg, der im Oktober vergangenen Jahres in Kraft gesetzt wurde, sorgte mit seinen Fahrplanveränderungen auch für Kritik in der Bevölkerung. Deshalb wurde auf Antrag der Fraktionen von SPD und CDU eine Optimierung des 3. Nahverkehrsplans von der Verwaltung erarbeitet. Diese soll am 30. März 2020 dem Rat der Stadt Duisburg zur Entscheidung vorgelegt werden. Für den Beschlussentwurf signalisierten SPD-Fraktion und CDU-Fraktionsspitze Zustimmung, so dass mit einer Mehrheit zu rechnen ist.

„Wenn man sich auch eine detailliertere und transparentere Berücksichtigung der einzelnen Bürger- und Bezirksvertretereingaben gewünscht hätte, geht der Optimierungsentwurf im großen Ganzen den richtigen Weg – nicht zuletzt, den Samstag nunmehr als normalen Werktag bei den Betriebszeiten einzuplanen, wovon alle sieben Bezirke gleichermaßen profitieren“, so Rainer Enzweiler, Ratsfraktionsvorsitzender der CDU.
Bruno Sagurna, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, erklärt: „Es ist gut, dass bereits kurzfristig Optimierungen im öffentlichen Nahverkehr in Duisburg umgesetzt werden können. Sobald der Schulbetrieb wieder starten kann, ist ein verbessertes Angebot der Einsatzbuslinien für die Hin- und Rückfahrten an den Schulen vorgesehen. Damit werden stadtweit mehr Kapazitäten beim Schülerverkehr geschaffen.“

Wesentlich bei den geplanten Optimierungen war laut Beschlussvorlage nicht die quantitative Nennung von Kritikpunkten, sondern die qualitative Bewertung der Situation. Auf Grundlage einer klaren Struktur sollen je nach Prüfungs- und Planungsaufwand „Ad-hoc“-Maßnahmen bis zum 20. April umgesetzt, kurzfristige Maßnahmen bis zum 12. August und mittel- bis langfristige Maßnahmen bis zum Fahrplanwechsel im Sommer 2021. Bei den mittel- und langfristigen Maßnahmen werden darüber hinaus fortlaufend Prüfungen durchgeführt und unter Beteiligung der Bezirksvertretungen deren Ergebnisse dem Rat zur Entscheidung vorgelegt. Bei allen Überlegungen ist selbstverständlich die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) konzeptionell einbezogen.

„Insgesamt wird durch die vielen einzelnen Maßnahmen nochmals erheblich in den ÖPNV investiert. Ab dem kommenden Jahr sind es über 2 Millionen Euro mehr. Wir haben die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger ernst genommen und werden als Ratspolitik zusammen mit den Bezirksvertretungen vor Ort auch weiterhin kontinuierlich an einem Ausbau des Angebots arbeiten“, kommentiert Bruno Sagurna.

Rainer Enzweiler resümiert für die CDU-Ratsfraktion: „Wir gehen davon aus, dass die Experten im Planungsamt in Rücksprache mit der DVG und anderen ÖPNV-Dienstleistern hier das Machbare zur Optimierung des Nahverkehrsplans Duisburgs geleistet haben und künftig leisten. Wichtig war uns, dass gerade bei den mittel- und langfristigen Maßnahmen eine begleitende Prüfung und fortschreibende Beschlusslage unter Beteiligung der Bezirksvertretungen verabredet wurde. So bleiben die planerischen Prozesse an der realen Situation ausgerichtet und auch die Rückkopplung zu den Bürgerinnen und Bürgern gewahrt.“

Dennoch möchten beide Fraktionen den optimierten Nahverkehrsplan unter dem Leitgedanken „Mobilität 2030“ zu einem ganzheitlichen Konzept weiterentwickeln und legen einen entsprechenden Antrag für die kommende Ratssitzung am 30. März vor.

„Auch zukünftig wird es einen hohen Bedarf an Mobilität in unserer Stadt geben. Mobilitätsangebote müssen daher passgenau und zeitgemäß unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung weiterentwickelt werden. Neben der emissionsarmen/-freien Individualmobilität muss ein attraktiver, umweltschonender ÖPNV verstärkt Förderung erfahren. Die Stadtbahnen sind hier eine Option, um perspektivisch den Takt in den Spitzenzeiten zu verdichten. Darüber hinaus müssen die einzelnen Angebote, wie Busse, Bahnen, myBus, Taxis, Carsharing, Fahrrad, E-Bike, E-Scooter, etc. besser vernetzt werden. Daneben sind selbstverständlich auch die infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen – sowohl Hardware (moderne Busse/Bahnen, Mobilitätszentren) als auch Software (Online-Mobilitätsportale/Echtzeit-Datenverkehr)“, formulieren Enzweiler und Sagurna unisono die Grundzüge des Antrags.

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