Frage WAZ-Duisburg:

3) Duisburg – so entschied die Mehrheit im Stadtrat – braucht den „Klimanotstand“ nicht ausrufen. Der Stadt reiche eine „Klimaoffensive“. Politische Zankerei um Begriffe, die letztendlich beide nur zum Ausdruck bringen, dass der Zeitgeist auch an Duisburg nicht vorbeizieht: Fast 20 Prozent für die Grünen bei der Europawahl, engagierte Friday-for-Future-Demonstranten, immer wieder der Ruf nach der Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung…

Wie sieht ihr Wirtschafts- und Umweltfahrplan aus für die klimafreundliche „Montan- und Hafenstadt Duisburg“ aus?

Unsere Antwort:

Wir brauchen besseren Klimaschutz in unserer Stadt, müssen diesen aber sozial gerecht gestalten und die Anforderungen an den Wirtschaftsstandort Duisburg beachten. Duisburg ist und bleibt eine grüne Industriestadt. Unternehmen schaffen hier Arbeitsplätze und sollen selbstverständlich auch in Zukunft ihren Platz in Duisburg haben. Effektiver Klimaschutz und gute Wirtschaftspolitik schließen sich unserer Meinung nach nicht aus.

Unser Ziel ist es, Klimaschutz mit sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlichem Fortschritt zu verbinden. Das Kohlekraftwerk der Stadtwerke in Hochfeld ist stillgelegt worden, die Fernwärmeversorgung wird ausgebaut, und es gibt künftig neue Elektrobusse und Straßenbahnen. Der Ausbau von Grün- und Waldflächen an vielen Stellen im Stadtgebiet ist uns wichtig, um die Lebensqualität weiter zu steigern. Wir haben in Duisburg über 1500 Straßenbäume mehr als 2011 und rund 92 Fußballfelder mehr Waldfläche als 1990.

In Duisburg ist bereits Ende 2017 ein umfassendes Klimaschutzkonzept erarbeitet worden, das konsequent umgesetzt werden muss. Auf Initiative der SPD-Fraktion wurde zudem ein Konzept zum Umgang mit Hitzeschäden einstimmig beauftragt. Mit dem „Green-City Plan“ sind weitere konkrete Vorschläge für eine umwelt- und klimafreundliche Gestaltung Duisburgs beschlossen. Er umfasst 30 Maßnahmen, um die Luft in Duisburg nachhaltig zu verbessern. Dazu zählen eine intelligente Ampelsteuerung für mehr Verkehrsfluss, die Ausweitung des Angebots von Bussen und Bahnen, E-Bike/Roller-Verleihsysteme, den Ausbau der Radwege, auch entlang der A 40 und der A 59, und eine LKW-Lenkung, die Wohnbereiche entlastet und die Nutzung städtischer Straßen reduziert.

Darüber hinaus werden bei Projekten von Anfang an umweltpolitische Aspekte einbezogen. In Duisburg setzen wir zum Beispiel verstärkt auf Dachbegrünung und mehr Straßenbegleitgrün. Ein positives Beispiel dafür, dass Gewerbe und Umwelt keine Gegensätze sein müssen, ist auch der Friedrich-Park im Duisburger Norden. Hier entstehen ein neues Gewerbegebiet und eine neue Grünanlage auf einem ehemaligen Zechengelände. Innovative Unternehmen, Forschung und neue Arbeitsplätze sollen ihren Platz auch auf ehemaligen Bahnflächen in Wedau Nord erhalten. So stellen wir uns Brachflächenrecycling und einen positiven Strukturwandel im Ruhrgebiet vor.

Wir wollen, dass der Wirtschaftsstandort Duisburg zukunftsfähig gestaltet wird, damit sich weitere Unternehmen in unserer Stadt ansiedeln. Dazu zählt die Umsetzung des „Masterplans Wirtschaft“. Auch bestehenden Betrieben müssen wir weiterhin gute Rahmenbedingungen bieten. Dabei ist es wichtig, die Belastungen für die Duisburgerinnen und Duisburger so gering wie möglich zu halten. Auch deshalb muss der Bau der Umgehungsstraßen Meiderich und Walsum zügig umgesetzt werden.

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