Am vergangenen Sonntag sind die Olympischen Winterspiele im italienischen Mailand und Cortina d’Ampezzo zu Ende gegangen. Was für ein Sportfest! Es wäre großartig, ein solches Ereignis auch bei uns in der Region zu erleben.
Deshalb unterstützen wir die Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Ob diese aber wirklich in unsere Region kommen sollen, entscheiden wir alle zusammen. Bis zum 19. April 2026 sind alle Bürgerinnen und Bürger in den 17 potenziellen Austragungsstädten in Nordrhein-Westfalen aufgerufen, in einem Ratsbürgerentscheid über die Olympia-Bewerbung abzustimmen.
Der Rat der Stadt Duisburg hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, auch bei uns eine solche Bürgerbefragung durchzuführen. Das halte ich für richtig. Olympia kann nur gelingen, wenn wir die Menschen vor Ort mitnehmen und ihnen eine echte Stimme geben.
Nachhaltige Spiele statt leerer Prestigeprojekte
Ein zentraler Vorteil der Rhein-Ruhr-Bewerbung ist das nachhaltige Konzept: Nahezu alle Sportstätten sind bereits vorhanden oder werden lediglich temporär errichtet. Teure Neubauten, die nach den Spielen leer stehen – wie etwa in Rio de Janeiro vor rund zehn Jahren – wird es nicht geben.
Bei uns in Duisburg sind die Regattabahn und die schauinsland-Reisen-Arena als Spielstätten vorgesehen. Auf der Regattabahn sollen die Wettbewerbe im olympischen Rudern sowie im olympischen Kanu und im Para Rudern und Para Kanu stattfinden. Und in der schauinsland-Reisen-Arena klettert dann ausnahmsweise nicht unser der MSV eine Liga nach oben, sondern Sportkletterinnen und Sportkletterer aus der ganzen Welt in den Disziplinen Bouldern, Lead und Speed um die Wette.
Die Spiele sollen für möglichst viele Menschen erlebbar sein: Geplant sind rund 14 Millionen Tickets – etwa 40 Prozent mehr als bei den Olympischen Sommerspielen in Paris vor zwei Jahren.
Ein nachhaltiger Gewinn über die Spiele hinaus
Doch Olympia soll bei uns mehr hinterlassen als schöne Erinnerungen. Im Mittelpunkt steht auch eine Infrastruktur, von der wir langfristig profitieren. Dazu gehört insbesondere der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) könnte die Austragungsstädte im 15-Minuten-Takt miteinander verbinden. Auch der Bus- und Bahnverkehr innerhalb der Städte soll gestärkt werden – mit dem Ziel einer möglichst emissionsfreien Olympia-Mobilität.
Die Olympischen und Paralympischen Spiele können für die Rhein-Ruhr-Region mehr sein als ein großes Sportereignis. Sie sind eine Chance, unsere Städte enger zu vernetzen, nachhaltige Infrastruktur voranzubringen und der Welt zu zeigen, wofür unsere Region steht: für Zusammenhalt, Vielfalt und Zukunftsfähigkeit.
von Bruno Sagurna
